Dienstag, 15. Mai 2018

Natur und Schönheit (Funkkolleg: Biodiversität und Ästhetik)

Im Walde (Shinrin Yoku  oder Waldbaden)

"[...] Japanische Mediziner haben in unzähligen Studien untersucht, was ein Aufenthalt im Wald, oft nur einer von mittagspausentauglichen 15 Minuten, mit den Menschen macht. Die Ergebnisse der meist kleinen Studien: Der Wald senkt laut simpler Vorher-Nachher-Messung den Spiegel des Stresshormons Cortisol im Blut, erhöht die Anzahl der sogenannten Killerzellen, stärkt also das Immunsystem und senkt Blutdruck und Puls.[...]


Annette Bernjus, die Waldbaderin aus dem Taunus, hat ein bisschen Angst davor, was passiert, wenn Studien wie die in München geplanten zu Ende sind. Auch sie erzählt zwar von den vielversprechenden ersten Erkenntnissen aus Japan und freut sich über jeden Beweis für die Heilkraft des Waldes. „Aber ich wünsche mir, dass das Waldbaden leicht bleibt“, sagt sie.
Sie glaubt, dass der langsame Ausflug in den Wald uns gerade deswegen guttue, weil er so schön ziellos sei und die Erholungssuchenden nicht schon wieder mit dem Abarbeiten irgendeines Trainingsplans beschäftigt seien. „Waldbaden ist zum Beispiel auch für Menschen ein tolles Angebot, die gar keinen Sport mehr treiben können“, sagt sie.
Tatsächlich war das klassische Shinrin Yoku in Japan sehr meditativ, [...]"

in: Peikert, D (2018). Heilendes Grün. Eine Dosis Wald. FAZnethttp://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/gesundheit/wald-hat-positive-wirkung-auf-das-immunsystem-15365863.html

"Wenn ich dort bin, bin ich glücklich – hört man sich um, in der Familie, unter Freunden, Kollegen, Zufallsbekanntschaften, fällt allen spontan ein Ort ein, auf den dieser Satz passt. Und fast immer liegt er draußen: im Wald, auf dem Gipfel eines Berges oder am Meer. Einige verorten ihr Glück ganz konkret – im Schatten eines Walnussbaumes, auf einer ganz bestimmten Düne in Dänemark, an einem verwunschenen Uferflecken des Schaalsees ("und schreib bloß nicht, wo genau!"). Andere finden es auf einem Pferd, unter den Sternen, beim Beobachten der Vögel, beim Wühlen im Boden mit bloßen Händen.
Schon der Moment, in dem die Frage ins Bewusstsein sackt, verrät etwas darüber, was Draußensein mit Menschen macht: Sie atmen tief ein und lang aus. [...] Laut einer aktuellen Umfrage im Auftrag der Bundesregierung gehört für 94 Prozent der erwachsenen Deutschen die Natur zu einem guten Leben." (Sparmann, A (2017). Draußen sein. DIE ZEIT Online.
https://www.zeit.de/zeit-magazin/2017/20/natur-wohlbefinden-gesundheit-wald-wissenschaft)